Über Technik und Philosophie

Künstliche Intelligenz. Eine Begriffsklärung

25. Dezember 2017

Es ist relativ neu, dass man angefangen hat, technischen Artefakten menschliche Eigenschaften zuzuschreiben. So spricht man heute von "intelligenten" Maschinen. Es gibt intelligente Menschen, die gebildet, begabt sind. Die Maschinen, Computer werden programmiert, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen, sie arbeiten nach einem vordefinierten Algorithmus. Bestenfalls kann so ein Algorithmus aktualisiert werden. Wäre es jedoch vielleicht möglich, ein Programm zu schreiben, das das menschliche Lernvermögen nachbildet und lernen kann? Es ist tatsächlich möglich und in diesem Fall spricht man von der künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence) und dem maschinellen Lernen (Machine Learning), von der Fähigkeit einer Maschine, selbst zu lernen, also den Algorithmus, nach dem sie arbeitet, weiter zu entwickeln und zu verändern. Das, was eine Maschine auf diese Weise gelernt hat, ist oft so komplex, dass man nicht mehr sagen kann, wie genau sie das gelernt hat und wie sie zu Ergebnissen kommt, die sie liefert. Ob es ausreichend ist, von der Intelligenz zu sprechen, im selben Sinne, wie man von der menschlichen Intelligenz spricht, ist eine schwierige Frage. Selbst die menschliche Intelligenz ist kein eindeutig definierter, ein vager Begriff, der viele subjektive Merkmale in sich trägt.

Was ist Technik? Eine Auseinandersetzung mit dem Technikkonzept von Ernst Kapp

5. September 2017

Im vorliegenden Artikel geht es um die Anwendung des Technikkonzepts von Ernst Kapp auf die heutige Technik. Eines der Gebiete, dessen Entwicklung für die Moderne unentbehrlich ist, ist die Computertechnik. Wobei ich einen breit gefächerten Computerbegriff benutzen möchte. Computer werden immer universeller und können immer mehr Aufgaben ausführen, deswegen sind sie bereits ein Teil vieler Bereiche unseres Daseins. Sie werden vorprogrammiert, um anhand gegebener Daten bestimmte Aktionen auszuführen. In diesem Sinne ist nicht nur ein Laptop ein Computer, sondern auch ein Handy; genauso ist ein Roboter ein komplexer Computer.

Technikkonzept von Ernst Kapp

9. Mai 2017

Zwar begleiten die technischen Erfindungen den Menschen schon seine ganze Geschichte, angefangen mit einem Schlagstein, der als Prototyp für einen Hammer diente, über die Dampfmaschine, den Telegrafen, bis zu Rechenmaschinen und Computern, hat man erst vor kurzem angefangen über die Technik systematisch nachzudenken. Das mag daran liegen, dass die technische Entwicklung seit der Industrialisierung ganz neue Maßstäbe angenommen hat. Eines der ersten Werke, das sich ausführlich mit dem Wesen der Technik beschäftigt, ist wohl "Grundlinien einer Philosophie der Technik" von Ernst Kapp aus dem Jahre 1877, "sein bis heute als grundlegendes Werk der Technikphilosophie geltendes Buch".

Herausforderungen der Technikphilosophie

12. April 2017

Eines der wichtigsten Merkmale unserer Zeit ist die Technisierung vieler Bereiche unseres alltäglichen Lebens. "Das technische Zeitalter" kann man über unsere Tage sagen hören. Doch, was jene Technisierung kennzeichnet, ist nicht so sehr die Technik selbst, sondern die rasche Entwicklung derjenigen. Als solche ist die Technik nichts Neues, wenn auch die Technik des letzten Jahrhunderts ganz anderer Art, als das, was man vorher kannte. Es gibt sie dennoch mehr als hundert Jahre, vielleicht gab es sie schon immer. Vielleicht ist die Fähigkeit aus der Natur Erkenntnisse zu gewinnen und dann anhand derer etwas zu erfinden, etwas was einen Menschen eigentlich ausmacht.

Wenn man über das technische Zeitalter spricht, ist diese Aussage nicht unbedingt wertneutral. Der zügellose technische Fortschritt hatte zur Folge, dass er viel Aufmerksamkeit in der Gesellschaft auf sich gelenkt hat, worüber man sich auch kaum wundern kann, weil wir heute in so vielerlei Hinsicht auf die Technik angewiesen sind.

Desto interessanter wird es, über die Technik und Technisierung nachzudenken. Was ist sie nun? Ist sie etwas Gutes, was uns weiterbringt und uns mehr Macht über die Natur beschert? Ist sie etwas Schlechtes, was den Menschen jeden Tag immer mehr von ihr abhängig und hilfslos macht?

Gegenständliche Erkenntnis bei Simon L. Frank

15. März 2017

Die so für den gemeinen Menschen merkwürdige Frage nach der Sicherheit menschlicher Erkenntnis wurde im letzten Jahrundert nicht nur durch vielfältige philosophische Spekulationen, sondern auch durch die modernen Naturwissenschaften noch stärker verschärft, wobei philosophische Spekulationen in gewisser Hinsicht wichtiger sind, weil, wenn die Naturwissenschaften mit den Sinnesdaten arbeiten und die Existenz der Außenwelt einfach voraussetzen, der Philosoph keine solche Voraussetzungen machen darf. Er steigt eine Ebene tiefer ein und fragt, ob es überhaupt möglich ist, solche Sinnesdaten zu gewinnen.

Unter den zahlreichen Versuchen, dieses erkenntnistheoretische Problem zu entschlüsseln, verdient der Lösungsweg, den Simon L. Frank beschritten hat, eine besondere Aufmerksamkeit.